Krankes Kind und Job: Wie gehe ich damit um?

Selbst wenn man aufgrund eines guten Tarifvetrags ausreichend Tage zur Betreuung der kranken Kinder hat, hilft einem das nicht immer weiter. Die Arbeit erledigt sich nicht von selbst und nicht jeder Arbeitgeber hat Verständnis für die Situation von jungen Familien.
Vielen Eltern bleibt daher häufig nichts anderes übrig, als Urlaubstage für die Betreuung aufzubrauchen oder dem Arbeitgeber alternative Arbeitsformen anzubieten.

In Phasen, in denen die Kinder öfters mal krank sind, ist es daher meist hilfreich, seinem Arbeitgeber zu signalisieren, sich trotz der schwierigen Situation für den Job einsetzen zu wollen: Am Abend oder Wochenende, wenn das Kind durch andere Erwachsene versorgt wird, noch mal Extraschichten zu schieben, oder - je nach Job - einiges an Arbeit von zu Hause aus neben dem Krankenbett zu erledigen.

Für dienstliche Telefonate von zu Hause aus sind pragmatische Vereinbarungen mit dem kranken Kind sinnvoll: Es darf solange ein Hörspiel hören, bekommt alles Notwendige ans Bett gestellt und darf eine lustige Zeichensprache ohne Laute zum Einsatz bringen oder auch ein kleines Glöckchen läuten, wenn es während des Telefonats doch etwas braucht.
"Wer kann am längsten schweigen" lässt sich auch vom Bett aus für die Länge eines Telefonates gut spielen. Wer zwei Telefone hat, verschafft sich einen kleinen Zeitpuffer, wenn das Kind die Großeltern oder liebe Verwandte anrufen darf, die sich intensiv mit ihm unterhalten.

Einige Eltern melden sich im Notfall selbst krank, wovon aber dringend abzuraten ist: Wenn der Arbeitgeber von der vorgetäuschten Krankheit erfährt, ist dies ein Grund für eine fristlose Kündigung. Besser ist es, für die nächsten Krankheitstage der Kinder schon andere Lösungen der Betreuung zu organisieren.