Welche Rechte habe ich als Arbeitnehmer/in, wenn mein Kind krank zu Hause bleibt?

Leider gibt es keine verbindlichen, einheitlichen Regelungen für alle Berufsgruppen. So stehen beispielsweise Beamten und privat Versicherten weniger Tage zur Verfügung, bei ihren kranken Kindern zu Hause zu bleiben, als gesetzlich versicherten Angestellten.

In vielen Unternehmen werden zudem die Details zur Betreuung kranker Kinder in Arbeits- und Tarifverträgen individuell geregelt. Es lohnt sich also immer ein Blick in den Arbeitsvertrag. 

Eindeutige Mindestregelungen gibt es für gesetzlich versicherte Eltern und Kinder nach §45 SGB V:
  • Beide Elternteile haben Anspruch auf jeweils zehn Arbeitstage Freistellung zur Betreuung eines kranken Kindes, Alleinerziehende haben 20 Arbeitstage pro Kalenderjahr.
  • Voraussetzung dafür ist, dass das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat und nicht durch eine andere im Haushalt lebende Person beaufsichtigt werden kann. Die akute Pflegebedürftigkeit attestiert der Kinderarzt.
  • Die Krankenkassen gestatten in der Regel, dass sich Eltern die zulässigen Fehltage gegenseitig übertragen, wenn beide gesetzlich versichert sind.
  • Bei mehreren Kindern unter zwölf Jahren erhöhen sich die möglichen Freistellungstage pro Elternteil auf maximal 25 Arbeitstage pro Kalenderjahr (auf 50 bei Alleinerziehenden).
  • Ob die Freistellung bezahlt oder unbezahlt ist, richtet sich nach den Regelungen im Arbeits- bzw. Tarifvertrag. Zahlt der Arbeitgeber nicht, haben gesetzlich Krankenversicherte entsprechend einiger Voraussetzungen Anspruch auf ein Kinderkrankengeld als Lohnersatz gegenüber der Krankenversicherung: 70% des Bruttoeinkommens bzw. maximal 90% des Nettoeinkommens.
  • Das Elternteil, das zu Hause bleibt, muss den Antrag auf Kinderkrankengeld bei der eigenen Krankenversicherung stellen, auch wenn das Kind beim anderen Elternteil mit versichert ist.

Quellen und weitere Informationen: www.kindergesundheit-info.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.